Ein Kind betrachtet den Bildschirm eines Tablet-Computers

Digitale Beratung bei sexualisierter Gewalt

NRW-Wohlfahrtsverbände begrüßen neue Fördermaßnahmen des Landes

Die Landesarbeitsgemeinschaft der nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände (LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW), der auch der Paritätische NRW angehört, begrüßt die neue Fördermaßnahme des Landes für Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Zu diesem Zweck stellt das NRW-Ministerium für Kinder, Frauen, Familie und Integration (MKFFI) den Familienberatungsstellen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen die digitale Infrastruktur verbessern helfen und zum Ausbau digitaler Beratungsangebote dienen.

Notwendigkeit ist unübersehbar

„Wir freuen uns sehr über dieses Paket und verstehen es auch als Wertschätzung für die Arbeit unserer Beratungsstellen“, sagt Helga Siemens-Weibring, Vorsitzende des Arbeitsausschusses Kinder, Jugend und Familie der LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW. Gerade in der Corona-Krise und während des Lockdowns habe sich gezeigt, dass digitale Beratungsangebote ausgebaut werden müssten: „Das versteht jetzt jede und jeder – und in diesem Feld ist die Notwendigkeit ja auch unübersehbar“, sagt Siemens-Weibring mit Blick auf die Missbrauchs-Skandale in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster. Dem MKFFI dankt sie ausdrücklich, denn die „Förderung von digitalen Beratungsangeboten gegen sexualisierte Gewalt ist nötig und hilfreich.“

Sinnvolle Ergänzung zur persönlichen Beratung

Neben dem Ausbau der digitalen Infrastruktur sei auch die Entwicklung neuer Konzepte für die digitale Beratung notwendig. „Gerade bei Prävention und Nachsorge sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche könnte eine digitale Beratung Möglichkeiten eröffnen, die wir so bisher noch nicht nutzen konnten“, sagt Siemens-Weibring. Die jungen Menschen seien digital affin und oft virtuos – daran gelte es auch in der Beratung anzuknüpfen. Hilfe und Unterstützung könne dann beispielsweise unabhängig vom Ort und von festen Öffnungszeiten geleistet werden – zudem auch schnell und anonymisiert. „Digitale Angebote werden die Beratung von Mensch zu Mensch und beispielsweise psychologische oder therapeutische Hilfe nicht ersetzen, sondern überall da sinnvoll ergänzen, wo sie benötigt wird“, sagt Siemens-Weibring. Es gibt 264 geförderte Familienberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen, darunter fallen Erziehungsberatungsstellen, spezialisierte Beratungsstellen und Anlaufstellen bei Misshandlung und sexuellem Missbrauch von Kindern sowie Ehe- und Lebensberatungsstellen.

 

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